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WER BEGLEITET MICH AM ENDE – UND WAS BLEIBT ZURÜCK?

WER BEGLEITET MICH AM ENDE – UND WAS BLEIBT ZURÜCK?

Es ist schwer, sich vorzustellen, dass irgendwann das Lebensende erreicht sein wird. Und eigentlich möchte man auch nicht darüber nachdenken. Nicht jetzt. Und doch kann es sich auch gut anfühlen, Verantwortung zu übernehmen und frühzeitig das zu regeln, was noch geregelt werden muss. Bestimmt gibt es Dinge, die Sie mitbestimmen möchten. Und Ihre Angehörigen werden froh sein, wenn Sie Ihre Wünsche kennen und berücksichtigen können – sowohl in Bezug auf Ihre medizinische Versorgung am Lebensende als auch auf Ihr Vermächtnis.

WANN IM VERLAUF MEINER BEHANDLUNG KANN EINE PALLIATIVE BETREUUNG SINNVOLL WERDEN?

Palliativversorgung hat das Ziel, Ihre Lebensqualität zu verbessern, Ihre Symptome zu lindern und Sie emotional und spirituell zu unterstützen. Daher wird diese Behandlung bereits nach Diagnose einer fortgeschrittenen Krebserkrankung eingesetzt. Schmerztherapie ist z.B. ein besonders wichtiger Teil davon – ebenso wie die Behandlung gegen Übelkeit.


Irgendwann im Verlauf der Erkrankung können Sie sich jedoch dafür entscheiden, nur noch eine palliative Betreuung in Anspruch zu nehmen. Dann verzichten Sie darauf, zusätzlich Therapien zu bekommen, die das Wachstum des Krebses hemmen sollen. Das kann der Fall sein, wenn die Therapien nicht mehr wirken oder die Nebenwirkungen zu belastend werden. Diese Entscheidung ist eine sehr persönliche. Sie kann von Ihnen zu jedem Zeitpunkt im Verlauf der Behandlung getroffen werden, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie so nicht mehr weitermachen wollen. Diese Entscheidung kann sich befreiend anfühlen.

 

Eine palliative Pflege kann in ganz unterschiedlichem Rahmen stattfinden – zu Hause, im Krankenhaus, im Pflegeheim oder in einem Hospiz. Palliativteams setzen sich aus Ärzten, Pflegern und Betreuern mit unterschiedlichen Schwerpunkten zusammen – ähnlich wie Ihr bisheriges Behandlungsteam. Zu den Angeboten der palliativen Versorgung gehören neben der Pflege auch Beratung, Trauerbegleitung und komplementärmedizinische Maßnahmen.

Ein gutes Palliativteam nimmt all Ihre Werte, Einstellungen, Wünsche und Entscheidungen sehr ernst.

Brauche ich eine Patienten-verfügung?

In einer schriftlichen Patientenverfügung legen Sie dar, welche Behandlung und lebenserhaltenden Maßnahmen Sie im Fall einer sehr schweren Krankheit wünschen. Sie können darin insbesondere festhalten, welche Pflege und welche medizinischen Maßnahmen Sie am Lebensende erhalten möchten, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, sich dazu zu äußern.


ZEIGEN UND ERKLÄREN SIE IHREM BEHANDELNDEN ARZT UND IHRER FAMILIE DIE PATIENTENVERFÜGUNG, WENN SIE EINE GEMACHT HABEN.

BEI MANCHEN MENSCHEN ÄNDERN SICH DIE WÜNSCHE UND VORSTELLUNGEN, WENN DIE KRANKHEIT VORANSCHREITET. PRÜFEN SIE DESHALB VON ZEIT ZU ZEIT, OB DIE PATIENTENVERFÜGUNG NOCH IHREM AKTUELLEN WILLEN ENTSPRICHT. INFORMIEREN SIE ARZT UND ANGEHÖRIGE, WENN SIE DIE PATIENTENVERFÜGUNG ÄNDERN.

Für offizielle Dokumente wie Patientenverfügungen gibt es Experten. Treten Sie am besten mit einer Patientenanwaltschaft in Kontakt.


Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie beispielsweise auf der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen: Patientenverfügung

WIE MÖCHTE ICH STERBEN?

Darüber nachzudenken ist nicht einfach. Vielleicht hilft es Ihnen, über Ihre Werte im Leben nachzudenken. Was von dem, was Ihnen jetzt wichtig ist, könnte dann am Lebensende bedeutsam für Sie sein? Wie können Sie diesen Weg so positiv wie möglich gehen? Sich mit diesen Gedanken auseinanderzusetzen, kann Ängste und Beklemmungen verringern.

Überlegen Sie ganz konkret, welche Art der Betreuung Sie sich am Lebensende wünschen – nicht nur, was Sie nicht wollen. Es gibt dabei übrigens kein „Richtig“ oder „Falsch“ – es gilt nur Ihr Empfinden als Maßstab.

Es kann hilfreich sein, mit jemandem zu sprechen, der Ihnen nahesteht oder jemandem, der sich mit den verschiedenen Möglichkeiten der Betreuung auskennt. Sich Ihrer Wünsche, Gedanken und Werte bewusst zu werden, wird Ihnen helfen, für die beste Betreuung zu sorgen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder auch Ihrer Krankenkasse, bevor Sie irgendeine Entscheidung über die Betreuung am Lebensende festlegen. So werden Sie Entscheidungen, die getroffen werden müssen, bewusster treffen können.

So schwer es Ihnen und Ihrer Familie auch fallen mag, über Ihre Wünsche am Lebensende zu sprechen: Wenn Ihre Liebsten wissen, was Ihnen wichtig ist, fallen manche Entscheidungen klarer aus. Und Sie haben das beruhigende Gefühl, dass Ihre Wünsche respektiert werden, wenn Sie die Entscheidungen nicht mehr selbst treffen können.

BRAUCHE ICH EIN TESTAMENT

Ein ordentliches Testament stellt sicher, dass Ihr Vermögen und der persönliche Besitz nach dem Tod gemäß Ihren Wünschen verteilt werden. Wichtig ist, dass Sie alle wichtigen Dokumente sicher und gut organisiert abgelegt haben – und jemanden, dem Sie vertrauen, darin eingewiesen haben.

Ein handschriftliches Testament muss vollständig von Hand mit Datum geschrieben und persönlich unterschrieben werden. Alternativ kann ein Notar ein öffentliches Testament für Sie aufnehmen. Gibt es kein Testament, tritt automatisch die gesetzliche Erbfolge ein.

Für offizielle Dokumente wie Testamente gibt es Experten. Beraten Sie sich mit einem Anwalt. Suchen Sie sich auch professionelle Unterstützung, um Ihre finanziellen Belange zu regeln.

MUSS ICH MEINE BEERDIGUNG IM VORAUS PLANEN?

Das kann Ihnen niemand sagen – nur Ihr eigenes Gefühl. Ist es Ihnen wichtig, wie Sie beerdigt werden? Dann sollten Sie darüber mit denen sprechen, die Ihnen nahestehen. Erklären Sie Ihre Entscheidungen, und äußern Sie Ihre Wünsche. Vielleicht möchten Sie, dass Ihr Leben angemessen gefeiert wird, wenn es zu Ende gegangen ist? Bestimmt möchten Sie, dass die Art und Weise, wie an Sie erinnert wird, zu Ihnen und Ihrem Leben passt.

Es ist alles andere als einfach, solche Gespräche zu führen. Auch hierfür können Sie sich Hilfe von außen suchen.

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