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WIE SPRECHE ICH ÜBER MEINE DIAGNOSE?

WIE SPRECHE ICH ÜBER MEINE DIAGNOSE?

Sie werden feststellen, dass verschiedene Menschen ganz unterschiedlch reagieren, wenn sie von Ihrer Diagnose erfahren. Manche brauchen selbst sehr viel Zeit, um die Informationen zu verarbeiten. Andere reagieren geradezu stoisch und wollen stark erscheinen - für Sie. Viele Freunde werden erst einmal sprachlos sein und nicht wissen, was sie sagen können, um Ihnen zu helfen.

Es kann ganz schön hart sein, zusätzlich zu der eigenen Situation auch noch mit den anstrengenden Reaktionen Ihres Umfelds umgehen zu müssen. Deshalb hier einige Tipps dazu:

  • BESCHREIBEN SIE, WIE SIE SICH FÜHLEN. Viele Menschen wissen nicht, was sie Ihnen sagen oder wie sie reagieren sollen. Da hilft es, wenn Sie offen formulieren, wie Sie sich fühlen und was Sie erwarten.
  • SAGEN SIE, WAS SIE BRAUCHEN. Erklären Sie ganz konkret, welche Art von Hilfe Sie sich wünschen. Brauchen Sie beispielsweise jemanden, der Sie zum Arzttermin begleitet, oder nur hin und wieder eine liebevolle Umarmung oder jemanden, der geduldig zuhört? 
  • WEISEN SIE AUF DIE VIELEN HILFSMÖGLICHKEITEN HIN. Vielleicht braucht Ihre Familie mehr Informationen oder selbst psychologische Unterstützung, um klarzukommen.
WIE ERKLÄRE ICH MEINEN KINDERN, DASS ICH METASTASIERTEN BRUSTKREBS HABE?

In Situationen, die sie nicht wirklich verstehen, kopieren kleine Kinder oft die Reaktion Erwachsener. Was und wie viel Sie ihnen erzählen sollten, hängt daher vom Alter und der Reife Ihrer Kinder ab. Selbst sehr kleine Kinder spüren, wenn etwas wirklich nicht in Ordnung ist, und können verängstigt reagieren. Deshalb sollten Sie so früh wie möglich mit ihnen sprechen und dabei einfache Worte oder Erklärungen benutzen.

 

Kinder wollen es offen und ehrlich.
Benutzen Sie ruhig den Begriff "Krebs". Für Kinder ist es wichtig, diese ernsthafte Krankheit von dem unkomplizierten "Kranksein" einer Erkältung abgrenzen zu können. Vermitteln Sie, dass Ihre Erkrankung dauerhaft bleiben wird und nicht in ein paar Tagen vorbei ist.

Auch für längst erwachsene Kinder ist Ihre Diagnose ein Schock.
Stellen Sie sich darauf ein, dass auch große Kinder Zeit brauchen, diese Neuigkeiten zu verdauen und zu begreifen, was es für sie bedeutet.

Seien Sie auf schwierige Fragen vorbereitet.
Wenn Ihre Kinder klein sind, sollten Sie im Vorfeld überlegen, wie Sie die Krankheit in kindergerechter Sprache erklären können. Große Kinder können sehr detaillierte Fragen zu Ihrer Krankheit und Behandlung stellen und erfahren wollen, warum der Krebs da ist bzw. wieder zurückgekehrt ist. Und alle Kinder, ob groß oder klein, werden voller Angst sein, dass Sie an der Erkrankung sterben können.

Schweigen ist keine Gleichgültigkeit.
Wenn Kinder keine Fragen stellen, bedeutet das nicht automatisch, dass sie keine haben. Manche Kinder versuchen, ihre Mutter zu schützen, indem sie die eigenen Gefühle und Unsicherheiten verbergen. Vielleicht fragen Sie dann aktiv nach, ob ihr Kind noch etwas wissen möchte. Versichern Sie Ihrem Kind, dass Sie auch in Zukunft seine Fragen jederzeit beantworten werden.

Im Internet, z. B. auf manchen Webseiten von Patientenorganisationen oder Krebsinformationsdiensten, finden sich viele weitere Informationen zu diesem Thema, so
z. B. konkrete Formulierungshilfen und Erfahrungen, wie andere Frauen solche Gespräche geführt haben. Wie Sie es letztendlich Ihren Kindern sagen, muss zu Ihnen passen.

Ältere Kinder können selbst im Internet Informationen über metastasierten Brustkrebs nachlesen. Wenn Sie Ihren Kindern seriöse Webseiten vorschlagen, verringern Sie das Risiko, dass sie auf eigene Faust recherchieren und dabei auf falsche Informationen oder Angst schürende Webseiten stoßen.

Auch für Kinder gibt es Hilfe von außen, um mit ihren Gefühlen und den Veränderungen in der Familie durch den Krebs besser zurechtzukommen. Sie können sich bei Ihrem behandelnden Arzt, Schulpsychologen oder einem Vertrauenslehrer an der Schule danach erkundigen.

WAS SAGE ICH MEINEN ELTERN?

Egal wie alt Sie werden, Sie bleiben das Kind Ihrer Eltern. Und alle Eltern behalten den natürlichen Instinkt, ihr Kind beschützen zu wollen. Auch vor Krebs. Deshalb kann es Ihnen schwerfallen, den Eltern von der fortgeschrittenen Erkrankung zu erzählen. Niemand möchte den Eltern Schmerz und Leid zufügen, vor allem wenn sie bereits älter sind.

 

Möglicherweise reagieren Ihre Eltern hochemotional auf die Nachricht Ihrer Krebsdiagnose, da sie sich erst mal hilflos fühlen. Wenn sie sich deshalb in zu viele Dinge einmischen wollen, kann das anstrengend für Sie werden und zu Konflikten und Stress führen.

Wenn Ihnen die Einmischung zu viel wird, können Sie die Eltern behutsam daran erinnern, dass Sie allein die Entscheidungen bezüglich Ihrer Gesundheit treffen. Versprechen Sie ihnen, dass sie immer informiert und auf dem Laufenden gehalten werden. Ziehen Sie Grenzen, aber beziehen Sie Ihre Eltern da ein, wo es sinnvoll und hilfreich ist.

Vielleicht gibt es Menschen, die den Schock für Ihre Eltern auffangen oder zwischen Ihnen vermitteln können? Suchen Sie Unterstützung bei Geschwistern oder Freunden der Eltern, bevor Sie über den Befund Ihrer Erkrankung sprechen.

WAS SAGE ICH MEINEN FREUNDEN UND BEKANNTEN?

Natürlich bleibt es gänzlich Ihnen überlassen, was Sie wem, wann und wie sagen. Doch überlegen Sie sich gut, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um Ihr Umfeld jenseits von Familie und den guten Freunden zu informieren. Vielleicht ist es besser, wenn Sie erst mal für sich selbst Klarheit schaffen, bevor Sie allen von Ihrer Erkrankung erzählen.

Freundschaften und Bekanntschaften können sich durch das Wissen um Ihre Erkrankung verändern. Manche Freundschaften können daran wachsen, andere wiederum nicht. Nicht jeder kann mit der Diagnose Krebs umgehen, da die eigenen Ängste zu stark in den Vordergrund treten. Selbst gute Freunde sagen und machen dann manchmal Dinge, die Sie verletzen können – obwohl es oft nicht so gemeint ist.

In Ihrer derzeitigen Situation sollte Ihnen Ihr Umfeld guttun. Versuchen Sie, negative Rückmeldungen auszublenden, und halten Sie sich von Beziehungen fern, die Sie nur stressen. Freuen Sie sich lieber über den Rückhalt, den Sie von Menschen bekommen, denen Sie wichtig sind.

Überlegen Sie sich vorab, mit welchen Worten Sie Ihre Diagnose mitteilen werden und wie Sie Ihre Gefühlslage beschreiben wollen. Wenn Sie mit klaren Worten sagen, wie es in Ihnen aussieht, fühlen sich Ihre Freunde weniger unbehaglich und können besser verstehen, wie Sie unterstützt werden möchten.

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